Projektverlauf
Es wurden drei
Phasen durchlaufen (die Zeitangaben beziehen sich auf die Erprobung an der Humboldt-Schule
im November 2000):
1. Einführung
(5 Stunden, überwiegend lehrerzentriert):
- Fourier-Analyse
und -Synthese "experimentell": Zunächst wurde die Schwingungsform
einer Saite untersucht (Versuch: ein Sinus-Generator regt über einen
kleinen Motor ein Gummiband zu Schwingungen an). Ergebnis: Eine Saite kann
nicht mit beliebigen Frequenzen schwingen, sondern nur mit bestimmten, diskreten
Werten, die Vielfache einer Grundfrequenz sind. Vermutung: Schlägt man
eine Saite an, "setzt sich" ihre Schwingung "zusammen"
aus einzelnen Sinus-Schwingungen. Die einfachste Annahme ist: Die einzelnen
Schwingungen werden addiert. Die Gültigkeit dieser Vermutung wurde
nun erhärtet, indem umgekehrt (im Sinne einer Synthese) aus Sinus-Bestandteilen
einfache periodische Funktionen wie Sägezahn und Rechteck genähert
wurden (erst mit Bleistift und Papier, dann mit EXCEL). Durch einen Demonstrationsversuch
wurde dann wieder gezeigt, dass in einer Rechteckschwingung tatsächlich
Sinus-Anteile nachweisbar sind (erzeugt man eine Rechteckschwingung und fährt
man mit einem separaten Sinus-Generator die Frequenzen ab, entstehen bei den
Vielfachen der Grundfrequenz Schwebungen.). Im Vorgriff auf das eigentliche
Projekt wurde abschließend gezeigt, dass eine Rechteckschwingung anders
klingt als eine Sinus-Schwingung.
- Einführung
in CoolEdit: Die Schüler wurden anhand einfacher Aufgaben (Erzeugung
von Schwingungen, Aufnahmen mit dem Mikrofon) mit der grundsätzlichen
Bedienung von CoolEdit vertraut gemacht.
2. Arbeit an
den Teilthemen (10 Stunden, arbeitsteilige Gruppenarbeit):
- In der ersten
Stunde dieser Phase wurden die Rahmenbedingungen des Projekts erläutert,
und die Schülerinnen und Schüler sahen sich die Aufgaben aller Teilthemen
an. Danach fand die Gruppeneinteilung statt, und es wurde abgesprochen, bis
wann die Gruppenarbeit spätestens beendet sein sollte.
- In den darauffolgenden
Stunden fand nur bei Bedarf anfangs eine gemeinsame Besprechung statt. Hier
wurden allgemeine Fragen beantwortet und die Lehrkraft gab Hinweise (z.B.
zur Strukturierung der Arbeit und zu den Maßstäben bei der Bewertung
der Leistung), ansonsten arbeiteten die Gruppen selbständig an ihren
Aufgaben und wurden, wenn sie es wollten, beraten.
3. Präsentation
der Ergebnisse (eine halbe Stunde pro Gruppe, Schülervortrag):
- Jede Gruppe
stellte den übrigen Schülerinnen und Schülern ihre Ergebnisse
vor. Die Gruppenarbeit und die Vorträge wurden bewertet, wobei folgende
Gesichtspunkte wichtig waren:fachliche Richtigkeit und Qualität, Vortragsweise,
Veranschaulichung, Ergebnissicherung, Übersichtlichkeit, Selbsteinschätzung
des Lernprozesses, Aktivität/Engagement, Methodenkompetenz. Die Gruppen
erhielten einen zusammenfassenden Bewertungsbogen.
Durch Zusammenfassung
aller Physik-, Mathematik- und Musikstunden in der Projektklasse konnte das
Vorhaben in kompakter Form innerhalb von 3 Wochen durchgeführt werden.