Teilthema: Klangfarbe
Einführende
Informationen
Mit geeigneten
Versuchsaufbauten kann man zeigen, dass eine Saite eines Musikinstrumentes nicht
mit beliebigen Frequenzen schwingen kann, sondern dass nur bestimmte Frequenzen
möglich sind, nämlich die sogenannte Grundfrequenz, die wir als Tonhöhe
wahrnehmen, und Vielfache davon. Stimmt man eine Saite auf den Kammerton a (440
Hz), so sind also nur Schwingungen mit den Frequenzen 440 Hz, 880 Hz, 1320 Hz,
1760 Hz usw. möglich. In der Musik spricht man vom Grundton (im Beispiel:
440 Hz) und den Obertönen (auch: Partialtönen). Schlägt
man die Saite an, überlagern sich die verschiedenen Einzelschwingungen
zu einer resultierenden Schwingung. Unser Ohr bzw. Gehirn nimmt im Allgemeinen
nicht die einzelnen Schwingungsanteile wahr, sondern verschmilzt sie zu einem
Klangeindruck, der Klangfarbe, die es uns beispielsweise gestattet, einen
Klavier- von einem Gitarrenklang unterscheiden zu können, obwohl beide
ein 'a' spielen.
Mit CoolEdit kann
man eine sogenannte Fourier-Analyse durchführen, das heißt:
Das Programm kann die Einzelschwingungen, aus denen der Klang besteht, zurückgewinnen
und sie graphisch in Form eines Klangspektrums darstellen. Im Folgenden
sollen verschiedene Klangspektren aufgenommen und gedeutet werden. Außerdem
sollen neue Klangfarben generiert werden. Dies ist die prinzipielle Funktionsweise
eines Synthesizers.
Aufgaben
- Zeichnen Sie
den Klang einer Stimmgabel (Physiksammlung) mit CoolEdit auf. Führen
Sie dann eine Frequenzanalyse durch, indem Sie das Fenster Analyze ->
Frequency Analysis öffnen und sich das Klangspektrum darstellen lassen.
Das Messbeispiel zeigt,
wie man das Analysefenster benutzt. Es sollte "FFT-Size" auf dem
größtmöglichen Wert stehen, und "Linear View" sollte
abgeschaltet sein. Was wird auf der x-, was auf der y-Achse dargestellt? Wie
sieht das Klangspektrum einer Stimmgabel aus?
- Lassen Sie verschiedene
Instrumente jeweils den selben Ton spielen (evt. auch einmal laut, einmal
leise) und zeichnen Sie den Klang auf. (Sollte es nicht möglich sein,
selbst Aufnahmen zu machen, können Sie die beigefügte Datei vierinstrumente.mp3
benutzen.) Wie sieht das Klangspektrum bei "harten" Klängen
(z.B. Blechbläser) aus, wie bei "weichen" Klängen (z.B.
Flöte) ? Was geschieht, wenn man reine Percussion-Instrumente (Drum,
Rassel) untersucht? Versuchen
Sie, zu lernen, wie man verschiedene Instrumente an ihrem Spektrum erkennen
kann. Führen Sie evt. im Rahmen Ihres Vortrages ein "Instrumentenquiz"
durch.
- Spielt man auf
einem Instrument einen Ton, so läuft zunächst ein Einschwingvorgang
ab, der dann in den "eigentlichen" Klang übergeht. Dieser Einschwingvorgang
ist charakteristisch für das jeweilige Instrument. Schneiden Sie mit
CoolEdit den Einschwingvorgang ab und untersuchen Sie, ob man das Instrument
dann immer noch erkennt.
- Erzeugt man
(in Umkehrung der Klanganalyse) aus der Überlagerung einzelner Schwingungen
einen zusammengesetzten Klang, so spricht man von einer (Fourier-) Synthese.
In Synthesizern wird dieses Verfahren benutzt, um natürliche Musikinstrumente
nachzuahmen oder um ganz neue Klänge zu erzeugen. Mit dem Menüpunkt
Generate ->
Tones kann man CoolEdit zum Synthesizer machen und Klangspektren einfach
mit Hilfe von Schiebereglern einstellen. Versuchen Sie, mit CoolEdit ein Musikinstrument
nachzuahmen oder interessante Klänge zu erfinden.